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KIG-Stufen einfach erklärt: Wann zahlt die Kasse die Zahnspange?

Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) entscheiden, ob die Krankenkasse die Zahnspange übernimmt. Die Stufen 1 bis 5 im Überblick.

Lesezeit 4 Min.Stand: Fachlich geprüft von Jan Zieminski

Vater und Tochter putzen lachend die Zähne
Das Wichtigste in Kürze
  • Fünf Stufen von KIG 1 (leicht) bis KIG 5 (extrem stark).
  • Die Kasse zahlt ab KIG 3, bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.
  • Bei KIG 1 und 2 zahlen Eltern die Behandlung komplett selbst.
  • Zahnzusatz früh abschließen, bevor der Kieferorthopäde etwas empfiehlt.

Ob die gesetzliche Krankenkasse die Zahnspange Ihres Kindes bezahlt, entscheidet eine Einstufung durch den Kieferorthopäden: die kieferorthopädischen Indikationsgruppen, kurz KIG.

Die fünf Stufen

Die Fehlstellung wird in fünf Schweregrade eingeteilt. Je höher die Stufe, desto ausgeprägter die Fehlstellung.

StufeBedeutungZahlt die Kasse?
KIG 1leichte Fehlstellungnein
KIG 2geringe Fehlstellungnein
KIG 3ausgeprägte Fehlstellungja
KIG 4stark ausgeprägte Fehlstellungja
KIG 5extrem stark ausgeprägte Fehlstellungja

Die Kasse übernimmt die Behandlung also erst ab KIG 3, und nur bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Bei Erwachsenen zahlt sie nur in Ausnahmefällen, etwa bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich chirurgisch behandelt werden müssen.

Was hinter den Buchstaben steckt

Neben der Zahl vergibt der Kieferorthopäde einen Buchstaben für die Art der Fehlstellung, zum Beispiel:

  • A: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • U: Unterzahl, also fehlende Zähne
  • S: Durchbruchsstörungen
  • D und M: Unter- oder Oberkiefer stehen zu weit vor oder zurück
  • O und T: offener oder tiefer Biss
  • B und K: Scheren- oder Kreuzbiss
  • E und P: Engstand und Platzmangel

Die Kombination aus Buchstabe und Zahl, etwa „D4“, beschreibt also Art und Schweregrad.

Was bei KIG 1 und 2 passiert

Wird eine leichte Fehlstellung trotzdem behandelt, zum Beispiel aus ästhetischen Gründen, zahlen Eltern die Behandlung vollständig selbst. Auch bei KIG 3 bis 5 kommen oft private Zusatzleistungen dazu, die die Kasse nicht übernimmt.

Früh absichern

Eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie-Leistung kann diese Kosten abfedern. Wichtig ist der Zeitpunkt: Hat der Kieferorthopäde eine Behandlung bereits angeraten, ist sie in der Regel nicht mehr versichert. Am besten schließen Sie ab, bevor die erste Untersuchung ansteht.

Jan Zieminski
Fachlich geprüft von Jan Zieminski

Onboarding & All-Rounder bei Vorsorge Familie. Staatlich geprüfter Berater mit Schwerpunkt auf der Absicherung von Familien. Zuletzt geprüft am .

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen zum Thema

Wer legt die KIG-Stufe fest?

Der Kieferorthopäde bei der Untersuchung, anhand von Messungen am Gebiss.

Kann sich die KIG-Stufe ändern?

Fehlstellungen können sich mit dem Wachstum verändern. Manchmal wird deshalb eine erneute Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt empfohlen.

Was zahlt die Kasse bei Erwachsenen?

Nur bei schweren Kieferfehlstellungen, die kombiniert kieferorthopädisch und kieferchirurgisch behandelt werden müssen.

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